Männer, hört auf euren Töchtern im Weg zu stehen!

Männer Töchter

Ich musste erst eine Tochter bekommen, um die Augen zu öffnen und zu sehen, mit welchen Hürden junge Frauen noch immer kämpfen, um sich beruflich frei und erfolgreich entfalten zu können. Ein Plädoyer an alle Männer – für die Chancen unserer Töchter.

Ich konnte mit dem Feminismus immer wenig anfangen. Ich weiß nicht, ob es vielleicht am medial geschaffenen Bild liegt, dass ich von der Feministin an sich hatte. Irgendwie zickig, ein bisschen prüde, unzufrieden mit sich und der Welt. Ich hatte immer den Eindruck, erfolgreiche und attraktive Frauen sind keine Feministinnen, das sind nur „die anderen“.

Was ich da gerade aufgeschrieben habe, ist an Naivität wohl kaum zu überbieten. Aber ich lasse es mal stehen, um mich selbst zu entlarven – und vermutlich eine Menge Männer mit mir.

Es ist so leicht, den Kampf nach Gleichberechtigung als ein Phänomen vergangener Tage abzutun, zumindest im Alltag unserer westlichen Gesellschaft. Dass Mann und Frau gleichberechtigt sind in jeder Hinsicht – mit dieser Aussage provoziert man heute nicht mehr viele. Frauen gehen wählen, gehen studieren, gehen in die Politik, gehen arbeiten – geht doch . . .

Der latente Machismus bleibt

Sicher hat sich über die vergangenen Jahrzehnte einiges getan. Wie die meisten Männer meiner Generation bin ich schon von Klein an in dem klaren Verständnis aufgewachsen, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind. Meine Eltern haben als Vorbilder viel dazu beigetragen: Erziehung, Haushalt, Beruf – beide haben stets ihren Beitrag zum Familienleben geleistet und, so habe ich es empfunden, Entscheidungen auf Augenhöhe getroffen.

Trotzdem wissen wir alle, dass die Realität für viele Frauen noch immer anders aussieht. Und, dass trotz einer generellen Gleichberechtigung immer eine Art latenter, gesellschaftlich akzeptierter Machismus übrigbleibt.

Eindrucksvoll zeigt das ein aktueller Werbespot von Ariel (ja, die mit dem Waschmittel) in Indien. Ein Vater richtet sich hier mit bewegenden Worten an seine Tochter:

Was ich meinen Töchtern wünsche

Ich habe selbst eine Tochter – und in zwei Monaten wird ihre kleine Schwester geboren. Und so habe ich nach Betrachten des Werbespots darüber nachgedacht, was ich eigentlich meinen Töchtern für ihr Leben wünsche.

Und dazu gehört natürlich, dass ich ihnen wünsche, Selbststarter werden zu können, selbstbestimmt zu leben und Erfolg zu haben mit etwas, für das sie leidenschaftlich brennen.

Und ich fürchte, liebe Männer, wir und unsere Söhne (besser gesagt: eure Söhne, bei mir werden es ja anscheinend nur Mädchen …) stehen ihnen dabei noch immer im Weg. Im Alltag zuhause genau wie im Beruf.

Und deshalb ist dies ein Plädoyer an alle Männer – für meine Töchter und alle anderen Mädchen:

Geben wir unseren Kindern nicht die gleichen althergebrachten Rollenmodelle mit an die Hand, die schon zu lange von Generation zu Generation weitergegeben wurden! Schenken wir unseren Töchtern statt der Spielküche den Kaufladen, statt des Miniatur-Bügelbretts lieber etwas zum Bauen oder Basteln! Zeigen wir unseren Söhnen, dass nicht die Starken Erfolg haben, sondern die Klugen!

Wir müssen aus Mädchen nicht Jungs machen und aus Jungs nicht Mädchen – aber wir sollten ihnen nicht zu früh einen Stempel aufdrücken und sie im unschuldigen Spiel schon auf spätere Rollen konditionieren.

Wenn kleine Kinder spielen, imitieren sie das Verhalten ihrer Eltern. Das prägt nicht nur ihr Spielen, sondern auch ihre Träume und Wünsche fürs Leben.

Gehen wir deshalb mit gutem Beispiel voran: Unterstützen wir unsere Frauen, geben wir ihnen Rückhalt, damit sie ihre eigenen Träume und beruflichen Ziele verfolgen können. Zeigen wir unseren Kindern, dass Eltern sich die Verantwortung teilen – im Kleinen bei der Hausarbeit, im Großen bei den wichtigen familiären Entscheidungen.

Eine echte Chance

Es sind nicht die Frauen, die weiter für ihre Rechte eintreten müssen, damit sich etwas bewegt – es sind wir Männer, die begreifen müssen, dass vor allem wir Schuld daran tragen, wenn auch noch unsere Töchter die gleichen Ungerechtigkeiten erleben und unter den selben erschwerten Bedingungen leiden müssen wie ihre Mütter und Großmütter.

Männer, steigen wir herunter von unserem hohen Ross mit den Privilegien, die längst der Vergangenheit angehören sollten – geben wir unseren Töchtern eine echte Chance, ihre Talente genauso zu entfalten wie unsere Söhne!

 

#sharetheload #starkefrauen #weltfrauentag

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3 Kommentare, sei der nächste!

  1. Danke für diesen Beitrag, lieber Alexander!! Das tut einer „weiblichen“ Seele einfach nur gut, so etwas von einem Mann zu lesen.

    Mehr bleibt nicht zu sagen. <3
    Eine gute Zeit mit deinen drei Frauen 🙂
    Lydia

  2. Einfach nur herzlichsten Dank für diesen Artikel!
    Auf dass viele, viele Herren da draußen dir folgen können. Und viele, viele Damen natürlich ebenso.
    Alles Gute zu viert! 🙂
    Sonja

  3. Ich kann mich hier nur anschließen und finde es erfrischend, als Mann diese Einstellung zu vertreten. Männer haben nun die Aufgabe, sich zu entwickeln, wir Frauen sind schon länger auf dem Weg.
    Vielen Dank für diese Zeilen, mögen viele Männer dies lesen und umsetzen.
    Und viel Freude mit dem Nachwuchs 🙂

    P.S. Das Video ist toll! Gäbe es mehr solche Werbung, wäre die Entwicklung dahin schneller möglich und auch die Männer könnten sehen, dass diese Haltung ganz normal ist und absolut nicht „unmännlich“, im Gegenteil. Machos sind sowas von out!

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