Selbstwirksamkeit fördern: Dem eigenen Kompass vertrauen oder nach dem Weg fragen

Selbstwirksamkeit fördern

„Wir schaffen das!“ Dieser Ausspruch von Angela Merkel hat es fast schon zum geflügelten Wort in der Debatte um den Flüchtlingszustrom gebracht. Doch ist es nur eine Durchhalteparole oder die selbstbewusste und selbstwirksame Aussage einer starken Führungsperson?

Ich weiß es nicht. Aber ich hoffe, dass die Bundeskanzlerin tatsächlich eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung hat. Dass sie aufgrund ihrer Erfahrungswerte und der Experteneinschätzungen, auf die sie baut, zuversichtlich ist, Lösungen für die anstehenden Probleme und Konflikte entwickeln zu können.

Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit. Viele Begriffe, die ähnlich klingen und ähnliches meinen. Selbstwirksamkeit ist für mich der konkreteste, denn diese Eigenschaft meint, aus Erfahrungen in der Vergangenheit abzuleiten, ob man sich zutraut, bestimmte Aufgaben in der Zukunft zu lösen und dafür die nötigen Kompetenzen und Mittel einsetzen zu können.

Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeit sind optimistisch – aber nicht jeder Optimist ist auch selbstwirksam. Zur Selbstwirksamkeit gehört mehr als eine gesunde Naivität oder ein Blick durch die rosarote Brille.

Selbstwirksame Menschen sind sich ihrer Talente und Stärken bewusst und gehen berufliche und private Herausforderungen zuversichtlich an, weil sie davon ausgehen, diese aus eigener Kraft meistern zu können.

Für Selbststarter ist Selbstwirksamkeit eine besonders wichtige Eigenschaft:

  • Anders als in größeren Teams und Organisationen gibt es beim eigenen Projekt keine Möglichkeit unterzutauchen oder die Verantwortung auf andere zu schieben.
  • Ohne Vorgesetzten sagt einem niemand wo es langgeht, der Selbststarter bekommt weniger Lob und weniger Kritik zu hören – er muss sein eigener Kompass sein und selbstbewusst einschätzen, wo er gerade steht.
  • Mangelnde Zuversicht kann lähmen und bremsen – das kann tödlich für die eigenen Projekte sein. Entschlossenheit und Mut, auch Fehler zu begehen und daraus zu lernen, gehören zur Selbstwirksamkeit dazu.

Ist Selbstwirksamkeit angeboren oder erlernbar?

Es gibt Menschen, die eine natürliche Veranlagung zur Selbstwirksamkeit haben – doch auch sie haben diese in der Vergangenheit entwickelt. Sie haben vielleicht in der Kindheit, während der Ausbildung, im frühen Berufsleben viele positive Erfahrungen gesammelt, haben ihre Talente und Stärken kennengelernt und hatten Gelegenheit, diese zu entwickeln und einzusetzen. Positive Rückmeldungen von Familie, Freunden, Lehrern und Kollegen haben sie in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt.

Doch es ist sicher nie zu spät, die eigene Selbstwirksamkeit zu verbessern, um optimistischer und mit mehr Mut die Herausforderungen anzugehen, die einem Selbststarter begegnen. Einfache Schritte, um daran zu arbeiten sind:

  • Werde dir deiner Talente bewusst –zum Beispiel mithilfe des Strengthsfinders. Mache dir diese Stärken immer wieder bewusst und fokussiere dich darauf, um sie in deinen Projekten bestmöglich zu nutzen.
  • Suche dir eine Vertrauensperson, die dir als Sparringpartner bei der Entwicklung deiner Projekte zur Seite stehen kann. Was dir an eigener Selbstwirksamkeit fehlt, kann ein guter Gesprächspartner durch Feedback kompensieren.
  • Formuliere deine Ziele so konkret wie möglich und erstelle Schritt-für-Schritt-Pläne, um deine Projekte zu realisieren. Kleinere Zwischenziele wirken weniger abschreckend – wenn du klar vor Augen hast, wie du sie erreichst, bringst du auch die nötige positive Energie und den Optimismus auf.
  • Nimm dir Zeit, auch kleinere Erfolge gebührend zu feiern. Schau dir stets an, was gut gelaufen ist – und was genau zum Erfolg geführt hat. Lerne daraus für die Zukunft, nimm dir Aufgaben vor, die du mit bewährten, bereits erfolgreich umgesetzten Strategien lösen kannst.

Egal, ob deine Selbstwirksamkeit ausgeprägt ist oder nicht – jeder benötigt zur Einordnung seines eigenen Handelns Menschen um sich herum. Als Orientierungshilfe, als Kritiker, als Korrektiv, als Unterstützer und als Förderer.

Wenn der eigene Kompass mal versagt, ist es doch immer gut, auch einfach mal nach dem Weg fragen zu können.

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Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Hallo Alexander,

    danke für deinen Beitrag. Was die Flüchtlingspolitik und die Rolle Angela Merkels aus Sicht der zukünftigen Geschichtsbücher dabei ist, müssen wir wohl gespannt abwarten. Ich finde ihre Haltung prinzipiell in soweit gut, wie dass ein „Wir schaffen das!“-Mantra die versteckten Kräfte des Optimismus freisetzt.

    Das ist eine der großen Aufgaben einer Führungskraft: Haltung bewahren.

    Grüße
    Jonas

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